Wer ich bin und was mich hierher gebracht hat
Es gab eine Zeit, da wusste ich nicht mehr, wie es sich anfühlt, ich selbst zu sein. Ich funktionierte, erfüllte Erwartungen, leistete. Aber innen war ich irgendwo verschwunden.
Von Sicherheit zu Freiheit
Lange war mein wichtigster Wert Sicherheit. Wenn alles planbar ist, dachte ich, bin ich geschützt. Aber je mehr ich versuchte, alles abzusichern, desto weiter entfernte ich mich von mir selbst. Ich blieb in Systemen, die mich klein hielten. In Beziehungen, die nicht mir dienten, sondern meiner Angst.
Tief in mir war eine Stimme, die flüsterte: „Das hier bist nicht du.“
Heute ist mein größter Wert Freiheit. Die Freiheit, zu mir zu stehen. Zu fühlen, was wirklich da ist. Es war der längste Weg, den ich je gegangen bin.
Was mich dahin gebracht hat
Mit Anfang zwanzig überschlug sich mein Leben – im wörtlichen Sinn. Ein Autounfall, Schleudertrauma, Platzangst. Mein Radius schrumpfte. Ich zwang mich zurück – wurde Taxifahrerin, Tag für Tag. Die Angst war noch da. Aber ich ließ sie nicht mehr entscheiden.
Jahre später stand ich mit zwei kleinen Kindern vor einer anderen Entscheidung: Gehen oder bleiben. Ich lebte in einer Beziehung, in der ich nicht mehr ich selbst war. Ich ging. Verkaufte das Haus, schrieb mich als alleinerziehende Mutter im Vollzeitstudium für Wirtschaftsinformatik ein. Kein Sicherheitsnetz.
Ich bin in dieser Zeit nicht gewachsen. Ich habe durchgehalten. Ich habe funktioniert, obwohl ich innerlich zerbrach.
Später kam der Burnout – schleichend, fast lautlos. Und kurz vor der Diplomarbeit die ADHS-Diagnose. Die Diagnose war eine Erklärung. Plötzlich ergab so vieles Sinn: Warum manche Dinge für mich so viel mehr Energie kosteten als für andere. Warum ich jahrelang geglaubt hatte, ich sei einfach nicht strukturiert genug. Warum diese innere Stimme so verdammt laut war.
Mit ihr kam die Möglichkeit, mich selbst anders zu lesen – mit Mitgefühl.
Was das für meine Arbeit bedeutet
Ich arbeite heute als Senior Consultant, Business Analyst und Agile Coach in der IT – und parallel als Coach. Ich habe beide Welten nie getrennt, weil sie für mich nicht getrennt sind.
In der IT sehe ich täglich, was passiert, wenn Menschen sich an Systeme anpassen, die nicht für sie gebaut wurden. Im Coaching ist es dasselbe – nur dass das System dann das eigene Leben ist. Und die Erschöpfung dieselbe.
Viele Frauen, die zu mir kommen, tragen Sätze in sich, die sie klein halten. „Ich bin nicht gut genug.“ „Ich muss mich anpassen, um geliebt zu werden.“ „Ich darf keine Fehler machen.“ Diese Sätze wirken länger nach, als uns bewusst ist. Oft kommen sie aus einer Zeit, an die man sich kaum erinnert – und steuern trotzdem das Verhalten von heute.
Ich habe sie selbst einmal geglaubt.
Wofür ich stehe
Ich begleite Frauen, die aufgehört haben, sich selbst zu fragen, was sie wollen. Die so lange funktioniert haben, dass sie nicht mehr wissen, wer sie außerhalb davon sind.
Ich arbeite mit systemischem Coaching und dem Yager Code. Was ich darüber hinaus mitbringe, lässt sich nicht aus einer Methodenbeschreibung ableiten – es kommt aus dem, was ich selbst durchgegangen bin. Ich sitze als jemand, der denselben Weg gegangen ist. Nicht alles davon, aber genug, um zu verstehen, worum es wirklich geht.
Veränderung entsteht, wenn jemand bereit ist, sich selbst ehrlich anzuschauen – ohne sich dabei zu verurteilen.
Wenn du beim Lesen innerlich genickt hast, kannst du dir hier ein kostenloses Erstgespräch buchen.
Alles Liebe,
Deine Karen
